Über Frankens höchste Gipfel in die Festspielstadt Bayreuth

Der eindrucksvollste Teil des Naturparks Fichtelgebirge ist zweifellos der Gebirgskamm im Süden. Bizarre Felsenlandschaften erscheinen wie riesige Labyrinthe, durch die sich der Fränkische Gebirgsweg schlängelt. Die Wanderer werden dabei zielsicher zu den schönsten Aussichtspunkten geführt.

Kurz hinter Neusorg, das an der Bahnstrecke Nürnberg-Hof liegt und zur Oberpfalz gehört, erreicht der Fränkische Gebirgsweg wieder fränkisches Gebiet. Rings um den markanten Doppelgipfel der Kösseine erstreckt sich ein Granitblockmeer in einem 16 Hektar großen Naturschutzgebiet. Der größere der beiden Gipfel befindet sich 939 Meter über dem Meeresspiegel und bietet mit dem Kösseine-Turm einen grandiosen Ausblick. Nur 200 Meter weiter östlich erhebt sich der Gipfel der „Kleinen Kösseine“ (922 Meter).  In einer engen Schleife führt der Fränkische Gebirgsweg zur Luisenburg bei Wunsiedel.

Bereits Johann Wolfgang von Goethe, der das Fichtelgebirge dreimal besucht hat, nannte das 300 mal 700 Meter große Gebiet ein „Felsenlabyrinth“. Riesige Granitblöcke liegen dort wirr neben- und übereinander. Einige der Felsen sind regelrecht ineinander verkeilt und lassen Besucher nur durch enge Passagen weiter ins wildromantische Labyrinth vordringen. Ein Teil des Areals dient als Freilichtbühne für die Luisenburg-Festspiele, die älljährlich von Mai bis August veranstaltet werden. Natur und Kultur ergänzen sich hier in einer faszinierenden Weise.

Wunsiedel lohnt sich für einen weiteren Abstecher. Das Fichtelgebirgsmuseum zeigt die Schätze aus „Bayerns steinreicher Ecke“ - seltene Mineralien in Form wunderschöner Kristalle, die Jahrmillionen in den Tiefen der umliegenden Mittelgebirge schlummerten, bis sie schließlich in Steinbrüchen und Bergwerken von Menschenhand geborgen wurden.

Der Fernwanderweg führt entlang des Südhangs der Hohen Matze (813 Meter) zur eigentlichen Hauptkette des Fichtelgebirges. Über die Platte (885 Meter), den Seehügel (953 Meter) und den Nußhardt (972 Meter) ist schließlich am Schneeberg in 1051 Meter Höhe Frankens höchster Gipfel erreicht.

Die Bundeswehr und die US-Armee hatten hier zur Zeit des Kalten Krieges - unweit des Eisernen Vorhangs zum früheren Ostblock - militärische Sperrgebiete, die für jeden Wanderer tabu waren. Erst seit dem 29. August 1996 ist der Schneeberg wieder für die Allgemeinheit zugänglich. Bescheiden und naturnah wirkt der alte Aussichtsturm „Backöfele“ neben dem wuchtigen Radarturm, der den Schneeberg unverwechselbar macht.

Einheimische wissen die Ruhe und Einsamkeit auf dem Schneeberggipfel zu schätzen. Hier herrscht kein Trubel wie auf dem benachbarten Ochsenkopf, dem mit 1024 Metern zweithöchsten Gipfel des Fichtelgebirges. Beim Abstieg vom Schneeberg gelangen die Wanderer am Nordwest-Hang zum „Tausend-Meter-Stein“. Über einen Abstecher ist die kunstvoll gefasste Eger-Quelle zu erreichen.

Am Haberstein erscheint ein weiteres Blockmeer, dessen Granitfelsen mit grünen Flechten überzogen sind. Der 10,5 Hektar große, künstlich angelegte Fichtelsee schimmert in der Senke zwischen dem Schneeberg und dem Ochsenkopf. Am See sind Biber heimisch, wie die „gefällten“ Bäume am Ufer beweisen. Mit Tretbooten lässt sich der See gemütlich erkunden. Im nahe gelegenen Automobilmuseum in der Gemeinde Fichtelberg können 125 Jahre Automobilgeschichte erlebt werden. Mehr als 200 Exponate in zwei Hallen, auf mehreren Etagen und auf dem Freigelände, lassen das Herz eines jeden Autoliebhabers höher schlagen.

Beim Aufstieg am Südost-Hang des Ochsenkopfes führt der Fränkische Gebirgsweg zunächst an der Quelle der Fichtelnaab und bald darauf an der Weißmain-Quelle vorbei. Dazwischen überqueren die Wanderer am Weißmainfelsen die Wasserscheide zwischen der Donau und dem Rhein.

Auf dem Gipfel des Ochsenkopfs steht der Asenturm, der nach germanischen Gottheiten benannt ist und einen der besten Ausblicke weit über das Fichtelgebirge hinaus ermöglicht.

Nördlich des Gipfels ist ein Ochsenkopf als Wahrzeichen des Berges in einen Granitfelsen eingraviert. Der Abstieg am Nordhang lässt sich in der unteren Hälfte auf der beliebten Sommerrodelbahn beschleunigen - und auf Wunsch wiederholen, denn der Nord- und der Südhang des Ochsenkopfes sind über Sessel-Schwebebahnen erschlossen.

Malerisch liegt der heilklimatische Luftkurort Bischofsgrün in der Hochebene des Oberen Weißmain-Tals. Durch den Goldkronacher Forst führt der Fränkische Gebirgsweg zur gleichnamigen ehemaligen Bergbaustadt, in der man abermals auf einem Humboldt-Pfad ein einstiges Abbaurevier erkunden kann.

Im Goldbergbaumuseum, in zwei Besucherstollen sowie bei den Lehrgängen und Wettbewerben im Goldwaschen dreht sich alles um das begehrte Edelmetall. Über das Steinachtal erreicht man schließlich den östlichen Stadtrand der weltbekannten Festspielstadt Bayreuth. Dort lädt die Eremitage, das einstige markgräfliche Lustschloss, mit romantischen Wasserspielen inmitten von gepflegten Parkanlagen zum Verweilen ein.

Weitere kulturelle Höhepunkte bietet das Bayreuther Stadtzentrum mit dem Alten und Neuen Schloss, dem Festspielhaus, dem Markgräflichen Opernhaus (seit 2012 als UNESCO-Welterbestätte ausgezeichnet) und einer vielfältigen Museumslandschaft. Ein Schlechtwettertag lässt sich somit mühelos und überaus unterhaltsam überbrücken. Oder man tankt einfach neue Kräfte für die folgenden Etappen durch die Fränkische Schweiz in das Nürnberger Land.

  • Länge:

    75 km

  • Aufstieg:

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    Abstieg:

  • OVL

    GPX